Mit Werken von Andrea Bischof beginnen wir unsere Reihe „beyond print“. Andrea Bischof hatte 2017 die erste Grafik für art in print entwickelt: die Lithografie „loop“ entstand angelehnt an ein Ölbild desselben Titels. Andrea Bischofs Bilder entstehen in ihrem großen hellen Atelier in der Wiener Donaustadt.

Als sie uns empfängt, bereitet sie gerade eine Leinwand von acht Meter Länge für ein Auftragsbild vor – eine Größe, die sogar ihr, die große Formate bevorzugt, Respekt einflößt. Mit dem ihr eigenen Optimismus wird sie auch dieses Abenteuer meistern. So, wie sie im Regenwald von Costa Rica am Landsitz einer US-amerikanischen Familie eine ebenfalls acht Meter lange Wandmalerei realisiert hat. Wandmalerei ist ein Thema, mit dem die Künstlerin sich gerne auseinandersetzt: ein Besuch des Atriums und des Arkadenganges der Pfarrkirche Schwaz, ihrem Heimatort, sei hier empfohlen, den sie 1996 als junge Künstlerin gestaltete.

Andrea Bischof hat am Salzburger Mozarteum Malerei, Grafik und textiles Gestalten studiert. Diese Zeit des Lernens und Ausprobierens und die Zuversicht für ihren eigenen künstlerischen Weg zu entwickeln war enorm wichtig für sie. Heute ist Bischof etabliert und blickt auf eine lange Reihe von Ausstellungen zurück. Mit Mitte fünfzig hat sei ein umfangreiches eindrucksvolles Werk geschaffen, das sie mit Kraft, Erfahrung und Konsequenz weitertreibt.

Im Mittelpunkt die Farbe

Bischof ist eine Meisterin im Umgang mit Farbe. Die Arbeit mit Ölfarben ist seit dem Ende des Studiums Mittelpunkt ihrer malerischen Arbeit. Die Verheißung der Ölfarben, ihr Geruch, die Freude am Farbenmischen, die Neugier, wohin sie die Farben treiben werden und auf das, was sich aus ihnen herausholen lassen wird, das spontane Reagieren, kurz: der Weg von der Vision zum fertigen Bild. Für Andrea Bischof nie enden wollende Faszination. Die Beherrschung und die Führung durch und von Farbe beherrscht sie virtuos.

Stetes Bemühen

Bei aller Leidenschaft und Freude ist Malen enorme Konzentrationsarbeit und ein stetes Bemühen. Jeden Tag in der Früh legt die Künstlerin den Malerschurz um, nimmt das Arbeitsbuch zur Hand und macht sich an die Arbeit. Jedes Bild ein Plan. Vision. Untermalung. Elf zwölf Farbschichten. Abhängen lassen. Den richtigen Moment zum Aufhören finden. Um dann zu Schwelgen. Wie die große Schriftstellerin Barbara Frischmuth: „Einfach Pinselabdrücke, Farbe auf Farbe, zur Legendenbildung freigegeben. Und so stehe oder sitze ich vor diesem Bild – auch vor all den anderen Bildern von Andrea Bischof – und kann nicht verhindern, dass aus Pinselbewegungen Gestalten entstehen, denen ich alles hinzuerfinden muss, um sie als Gestalten wahrzunehmen. Aber die Pinselstriche verlangen das von mir. Und ich, ich kann gar nicht anders, als meiner Vorstellungskraft freien Lauf zu lassen.“

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