Presse

Interview mit art in print Barnebys.de

7 Fragen an… Elisabeth Kreuzhuber und Nandita Reisinger-Chowdhury

Im Frühjahr 2018 gingen Elisabeth Kreuzhuber und Nandita Reisinger-Chowdhury mit art in print, einem innovativen Online-Handel für hochwertige Künstlerdrucke, an den Start. Wir haben mit den beiden Gründerinnen über die Hintergründe und die aktuellen Projekte gesprochen.

Barnebys: Sie haben beide kein klassisches Studium der Kunstgeschichte absolviert. Welcher Weg führte Sie zur Kunst? 

Elisabeth Kreuzhuber: Nach der Matura und einer kaufmännischen Ausbildung habe ich Geschichte an der Universität Wien studiert. Ich habe mich für dieses Studium entschieden, weil mir der breite Blick, den HistorikerInnen haben, gefällt. Mein eigentliches Interesse waren zu dieser Zeit aber Antiquitäten und entsprechend habe ich mir meinen ersten Job im Kunstbereich gesucht: Während meines Studiums arbeitete ich in der Kunstabteilung des Wiener Dorotheums, wo ich in Zusammenarbeit mit den Experten für die Übernahme sämtlicher Antiquitäten zuständig war. Von meinen erfahrenen Kolleginnen und Kollegen dort lernte ich sehr viel – ich glaube, eine bessere Schule als ein Auktionshaus gibt es nicht. Nach 12 Jahren Auktionserfahrung machte ich mich im Jahr 2000 mit einer eigenen Galerie für Jugendstil und ab 2001 auch für zeitgenössische Kunst selbständig. Nach dem Abschluss eines Managementstudiums habe ich die Galerie 2010 wieder geschlossen. Seither bin ich für die Österreichagenden einer großen internationalen Kunstsammlung tätig, kuratiere Ausstellungen und bin weiterhin Kunsthändlerin.

Für Kunst habe ich mich schon als kleines Kind interessiert. Das Interesse haben meine Großmutter und meine Mutter bei mir geweckt. Ich kann mich immer noch an meine erste Ausstellung über Ägypten im Kunsthistorischen Museum in Wien erinnern, da war ich ca. fünf Jahre alt. Seit ich selbst Geld verdiene, kaufe ich auch für mich privat Kunst. Da bin ich auch recht eklektisch, das reicht von kolumbianischen Grabbeigaben über zeitgenössische Malerei bis natürlich zu Grafik. 

Nandita Reisinger-Chowdhury: Auch ich interessiere mich seit meiner frühen Kindheit für Kunst. Ich bin in einer Familie aufgewachsen, die eine große Sammlung zeitgenössischer Kunst aufgebaut hat und meine Eltern nahmen mich immer in die Ateliers der befreundeten Künstler mit. So habe ich auch selbst mit dem Sammeln begonnen. Nach einem Studium der Volkswirtschaft habe ich viele Jahre in der Finanzbranche gearbeitet; die Kunst blieb eine Leidenschaft. Vor einigen Jahren habe ich beschlossen, aus der Leidenschaft einen neuen Beruf zu machen und habe in London am Sotheby’s Institute for Art eine Ausbildung in Kunstmanagement gemacht. Das Ziel war es, im Kunstbereich etwas Eigenes, Neues zu gründen.

Wie kam es zur Gründung von art in print?

EK: Nach so vielen Jahren im Kunsthandel und im Galeriebereich wollte ich ein neues Feld in der Kunst professionell entdecken: die Idee, ausschließlich Grafik zu verlegen, reizte mich sehr. Glücklicherweise hatte zu der Zeit auch Nandita den Wunsch, sich beruflich mit Kunst zu beschäftigen und so gründeten wir 2017 unser Unternehmen art in print.

NRC: Wir haben während eines gemeinsamen Skiurlaub darüber nachgedacht, wie man die Idee von erschwinglicher Kunst mit tollen Künstlern verwirklichen könnte und sind auf die Idee der Druckgrafik gekommen. Am Ende des Urlaubs war art in print geboren.

EK: Im Sommer 2018 sind wir dann erstmals an die Öffentlichkeit getreten und haben unsere erste Edition vorgestellt. Unser Anliegen ist es, gute Kunst zu erschwinglichen Preisen für viele Menschen zugänglich zu machen. Dafür ist die jahrhundertealte Tradition der Druckgrafik hervorragend geeignet. In den vergangenen 18 Monaten haben wir 18 Grafiken herausgebracht.

In den ersten drei Editionen von art in print sind nur Künstlerinnen vertreten. Warum? 

EK: Unser Konzept sieht vor, dass wir in regelmäßigen Abständen Themen-Editionen heraus geben, zu denen wir Künstlerinnen und Künstler einladen. Es war uns bald klar, dass wir unsere erste Edition Künstlerinnen unserer Generation mit Bezug zu unserer Heimatstadt Wien widmen wollen.

NRC: Angefangen haben wir mit der ersten Edition women I: die Idee war erstmal als Einstieg mit Künstlerinnen eine Mappe zu produzieren. Tatsächlich gibt es so viele wunderbare Frauen in der Kunst und wir haben uns ja angesprochen gefühlt. Nach der ersten Edition war uns klar, dass es noch so viele Künstlerinnen gibt, mit denen wir zusammenarbeiten wollen und so sind die Editionen women II und women III entstanden, mit jeweils 6 grossartigen Künstlerinnen.

EK: Bei mir reicht die Beschäftigung mit Künstlerinnen weit zurück, schon meine Abschlussarbeit auf der Uni habe ich zum Thema „Die Künstlerinnen der Wiener Werkstätte“ geschrieben. Seither hat mich die Arbeit von Künstlerinnen und ihre Position auf dem Kunstmarkt immer interessiert.

Welche Drucktechniken findet man bei art in print?

EK: Wir legen mit art in print den Fokus auf traditionelle Handdrucktechniken wie Lithografie, Radierung, Linol- und Holzschnitt, aber auch Siebdruck. Es ist uns ein großes Anliegen, diese alten und leider vom Aussterben bedrohten Meisterberufe mit art in print zu fördern. Drucken ist sehr aufwändig und auch teuer. Das ist wahrscheinlich der Grund, dass es heute so viele Digitaldrucke gibt, auch von namhaften Künstlern. Wir finden das schade – bei uns wird es keine Digitaldrucke geben.  Eine handgedruckte Originalgrafik ist vergleichbar mit einem Maßkleidungsstück: man merkt den Unterschied und man spürt, dass es sich um kostbare Handarbeit handelt. Obwohl jedes Blatt auf den ersten Blick gleich scheint, ist doch jedes auch ein Original.

Sie bieten neben dem „normalen“ Weg des Einzelerwerbs auch Abonnements an. Wie funktioniert das? 

NRC: Man kann jede Grafik auf unserer Web-Seite einzeln erwerben, entweder gerahmt oder ungerahmt. Die ungerahmte Grafik wird dem Kunden in einer schönen Geschenkbox innerhalb kürzester Zeit zugeschickt. Sollten Sie eine gerahmte Grafik kaufen, so wird Ihnen die Grafik einem sehr schönen Rahmen der Fa. Halbe Rahmen zugeschickt.

Als besonderes Angebot gibt es bei art in print das Kunstabonnement. Es gibt die Möglichkeit entweder ein mini Abonnement für ein Kunstwerk, ein kleines Abonnement für 2 Grafiken oder das große Abonnement für eine ganze Edition abzuschließen. Durch das Abonnement haben Sie die Möglichkeit, kostengünstig hochwertige Kunstgrafik von renommierten Künstlern zu erwerben. Bei jedem Abonnement entfällt die erste Rate und bei dem großen Abonnement bekommen Sie einen Rahmen gratis dazu. Beim mini Abonnnement erhalten Sie die gewählte Grafik am Ende der Laufzeit zugeschickt, beim kleinen Abonnement alle 6 Monate. Hält man das große Abonnement, kann man alle zwei Monate eine schöne Grafik in Empfang nehmen.

art in print vertreibt Kunst online. Gibt es dennoch die Möglichkeit, die Arbeiten einmal live zu sehen?

EK: Wir haben uns für ein Online-Business entschieden, weil es zeitgemäß ist und weil Grafik perfekt online zu handeln ist. Außerdem sind wir so viel unterwegs, dass es für uns reale Verkaufsräume nicht in Frage kommen. Unsere ausführliche Website ist das Herzstück unseres Onlineauftritts. Mit perfekten Fotos kann man Grafik gut im Netz darstellen. Natürlich will man ja auch die Menschen hinter der Website kennen, daher sind wir beide leicht kontaktierbar und mit unserem Publikum über Social Media in Kontakt. Zusätzlich veranstalten wir regelmäßig Events oder Ausstellungen, wo man sich die Kunstwerke von art in print im Original ansehen kann. Wer sich auf unserer Website für unseren Newsletter einträgt, bekommt auch gerne die Einladungen dazu. Für Menschen, die in Berlin oder Hamburg leben, ist die gute Website aber wichtiger als ein Event in Wien. Wichtig ist auch, dass man uns auf seriösen Plattformen, wie zum Beispiel Barnebys, finden kann.

NRC: Selbstverständlich können die Werke auch nach Vereinbarung besichtigt werden.

Warum sollte man Drucke sammeln?

NRC: Die Druckgrafik ist eine wunderbare Möglichkeit relativ kostengünstig hochwertige, limitierte und signierte Werke von renommierten Künstlern zu sammeln.

EK: Wir finden, dass Grafik sowohl für Connaisseure als auch für Einsteiger perfekt ist. Seit Jahrhunderten ist Grafik eine Möglichkeit der Vervielfältigung von Kunst. Namhafte Künstler seit Beginn der frühen Neuzeit haben mittels Drucktechniken (damals Holzschnitt und Radierung/Kupferstich) ihre Bildmotive vielen Menschen zugänglich gemacht und sind damit noch berühmter geworden. Man denke an Dürer oder Altdorfer. Wien ist durch die grafischen Sammlungen der Albertina ein Zentrum der Grafikkunst. Wir wollen auch diese Tradition durch unsere Tätigkeit ehren. Für Kenner wiederum ist die Beschäftigung mit Grafik eine große Freude. Denn die Kunst der Grafik ist vielfältig und entwickelt sich beständig weiter, so dass man praktisch nie auslernt. Für Künstlerinnen und Künstler ist die Produktion einer Grafik etwas ganz Besonderes. Da fließen so viel Begeisterung und Leidenschaft hinein, was wir in unserer Tätigkeit immer wieder erleben. Jede unserer Grafiken ist charakteristisch für eine wichtige Werkphase der jeweiligen Künstlerin. Grafik ist auch der ideale Einstieg, um sich mit einer speziellen Künstlerin oder einem speziellen Künstler auseinanderzusetzen.

NRC: Bei art in print legen wir größten Wert darauf, die Entstehung der Kunstwerke von Anfang an zu begleiten und zu dokumentieren. Wir arbeiten mit renommierten KünstlerInnen und den besten Druckern zusammen damit die Qualität der Arbeiten unseren hohen Ansprüchen gerecht wird. Wir sind von Anfang an dabei und voll eingebunden wenn es darum geht mit welcher Technik und mit welchem Drucker gearbeitet werden soll. Wir dokumentieren den Prozess von Anfang bis zum Ende in Fotos und in Filmen, die Sie sich auf unserer Web-Seite im Blog anschauen können. Die Editionen werden in kleinen Auflagen von 33 Stück verlegt, damit wir gewährleisten können, dass jedes Blatt in höchster Qualität gedruckt wird.

Wir sehen unseren Auftrag auch darin, die grafische Drucktechnik bekannt zu machen und zu fördern. Sie finden in unserem Blog Informationen zur Entstehung der Grafiken, zu den Drucktechniken und zu unseren großartigen Druckern.

EK: Für junge Menschen, die sich mit Kunst vertraut machen und sich an erste Kunstkäufe heranwagen wollen, ist Grafik der ideale Einstieg. Durch die Vervielfältigung wird der Preis für mehr Menschen erschwinglich. Grafik ist somit eine gute Möglichkeit, namhafte Kunst zu leistbaren Preisen zu erwerben.

Mit art in print leisten wir einen Beitrag dazu, dass das Sammeln von Grafik wieder den Stellenwert erhält, den es über Jahrhunderte hatte.

Presseaussendung vom 6. Februar 2020

 

Kontakt

BINA KÖPPL Communications

E-Mail: office@binakoeppl.com
Tel: +43 699 128 28 128

Website: www.binakoeppl.com

Download Fotos

Foto: Elisabeth Kreuzhuber und Nandita Reisinger-Chowdhury

Credits: Claudia Prieler

Foto: art in print mit den Künstlerinnen der Edition women I

Credits: Claudia Prieler

Newsletter von art in print

Mit unserem Newsletter erhalten Sie Neuigkeiten über art in print, Informationen über unsere aktuellen Editionen und allerlei Wisssenswertes über Grafiken und die Kunst der Drucktechnik.

Sie haben sich erfolgreich angemeldet!